Am 5. Juli 2026 gegen 19:45 Uhr war es so weit: Ich lief ins legendäre Zielstadion der Challenge Roth ein und hatte es tatsächlich geschafft. Meine erste Langdistanz!
Wie ich überhaupt an diesen Punkt gekommen bin und was ich beim nächsten Mal anders machen würde, erzähle ich in diesem Blogbeitrag.
Warum ausgerechnet Roth?
Aber starten wir von vorne. Warum eigentlich ausgerechnet Roth?
Ich hatte schon seit Ewigkeiten im Kopf, dass ich irgendwann einmal einen Ironman machen möchte. Und ja, ich weiß: Die Challenge Roth ist kein Ironman, sondern ein Langdistanz-Triathlon :-).
Jeder Triathlet, der mir in den vergangenen Jahren von Roth erzählt hat, hatte dabei sofort ein Leuchten in den Augen und war komplett begeistert. Vor allem die besondere Stimmung rund um das Rennen hat auch bei mir irgendwann den Gedanken entstehen lassen: Wenn ich dieses Ziel angehe, dann wird es die Challenge Roth.
Als ich dann im vergangenen Jahr die Chance bekam, einen der begehrten Startplätze zu erhalten, war für mich klar: Jetzt oder nie!
Meine Ausgangslage vor der Challenge Roth
Vor Roth hatte ich bereits drei olympische Distanzen absolviert. 2022 bin ich in Köln gestartet, 2023 beim Bardolino-Triathlon am Gardasee und anschließend erneut beim Triathlon direkt bei mir vor der Haustür in Köln.
Dann begann für mich mein duales Masterstudium und die Zeit für lange Radeinheiten am Wochenende wurde zunehmend gegen Zeit am Schreibtisch getauscht. Mit dem Abschluss Ende Oktober 2025 vor Augen und der Gewissheit, dass danach wieder mehr Zeit für Training vorhanden sein würde, konnte die Vorbereitung auf Roth langsam beginnen.
Sportlich hatte ich vor dem Radfahren am wenigsten Respekt. Die Distanz bin ich schon häufiger gefahren und teilweise auch deutlich weiter. Meine Kraultechnik ist durch mehrere Jahre Training, teilweise auch im Schwimmverein, ebenfalls solide und lange Strecken im Wasser stellen für mich grundsätzlich kein Problem dar.
Die meisten Sorgen machte ich mir beim Laufen. Ich war vorher noch nie einen Marathon gelaufen und generell ist das Laufen von den drei Disziplinen definitiv diejenige, die mir am schwersten fällt.
Meine sportliche Ausgangslage
- 3 olympische Distanzen
- seit rund 10 Jahren aktiver Radsportler im Hobbybereich
- weiteste Schwimmdistanz: 3.000 Meter
- weiteste Radstrecke an einem Tag: 313 Kilometer
- weiteste Laufdistanz: 24 Kilometer
Die Vorbereitung: die eigentliche Challenge
In die direkte Vorbereitung bin ich zum Jahreswechsel gestartet.
Als Sportwissenschaftler und Trainer weiß ich grundsätzlich, wie ich einen Trainingsplan aufbauen sollte. Für mich persönlich gab es dabei allerdings zwei Schwerpunkte. Natürlich wollte ich möglichst fit an der Startlinie stehen. Gleichzeitig wusste ich aber auch, welche körperliche Belastung eine Langdistanz darstellt. Deshalb wollte ich das Training immer so steuern, dass ich mich damit nicht schon vorher kaputt mache.
Mit dem Neujahrslauf in Köln und dem Venloop habe ich außerdem zwei kleinere Wettkämpfe in die Vorbereitung eingebaut. Nicht zuletzt deshalb, damit ich auch wirklich gezwungen war, meine Laufeinheiten durchzuziehen.
Im März ging es für eine Woche nach Mallorca. Mein Plan war dort vor allem, möglichst viele ruhige Grundlagenkilometer auf dem Rad zu sammeln. Mittlerweile kenne ich mich und meine Motivation beim Radtraining gut genug, um zu wissen: Fünf Stunden auf der Rolle im Wohnzimmer werde ich genauso wenig regelmäßig durchziehen wie fünf Stunden draußen bei drei Grad und Dauerregen. Der Plan ging voll auf. Mein erstes Mal auf Mallorca war mega. Rund 17 Grad, überwiegend trocken und Anfang März genau der richtige Zeitpunkt, um endlich eine vernünftige Grundlage auf dem Rad aufzubauen.
Mitte Mai kam noch ein viertägiges Trainingslager in den Vogesen hinzu. Dort standen neben längeren Radeinheiten auch die ersten gezielten Koppelläufe auf dem Programm. Auch dieser Zeitpunkt war für mich perfekt. Sieben Wochen vor Roth noch einmal für ein paar Tage den kompletten Fokus aufs Training zu legen und damit die heiße Phase der Vorbereitung einzuleiten, hat mir unglaublich geholfen.
Eigentlich wollte ich ungefähr zwei Monate vor Roth noch eine Halbdistanz absolvieren. Den richtigen Zeitpunkt für die Anmeldung habe ich allerdings schlichtweg verpennt. Erst waren die Anmeldungen noch nicht geöffnet und als ich wieder nachgeschaut habe, war alles ausgebucht.
Der Triathlon-Hype ist real. Egal. Dann wird die erste Langdistanz eben vor der ersten Halbdistanz absolviert.
Der Triathlon-Hype ist real. Egal. Dann wird die erste Langdistanz eben vor der ersten Halbdistanz absolviert.
So war meine Trainingswoche grundsätzlich geplant
- Montag: Kraft und Stabilisation
- Dienstag: Laufintervalle
- Mittwoch: Schwimmen und kurze Radeinheit
- Donnerstag: Ruhetag
- Freitag: Krafttraining bis Mai, anschließend Laufen oder Radfahren
- Samstag: Grundlagen-Radeinheit, ab Mai mit kurzem Koppellauf
- Sonntag: Grundlagenlauf
Weitere Informationen zu meinem Trainingsplan für meine erste Langdistanz findest du hier. Aber auch dabei bin ich ehrlich: Der Plan war das eine, das echte Leben häufig das andere. Neben einem Vollzeitjob mit viel Verantwortung noch ein Langdistanztraining durchzuziehen, ist eine ganz eigene Herausforderung. Nach einem langen Arbeitstag noch harte Laufintervalle zu absolvieren, ist manchmal schlichtweg nicht realistisch. Und auch hier weiß ich als Sportwissenschaftler: Teilweise wäre es sogar Schwachsinn. Wenn der Körper ohnehin schon massiv gestresst ist, muss ich ihn nicht zwangsläufig mit einer weiteren harten Trainingseinheit zusätzlich belasten.
Mein Trainingsplan blieb deshalb immer flexibel und ich habe geschaut, wie sich das Training sinnvoll in mein Leben integrieren ließ. Von einer konkreten Zielzeit habe ich mich bereits relativ früh verabschiedet. Mein Ziel war es, anzukommen und dabei bestenfalls auch noch ein bisschen Spaß zu haben. Wenn man ein solches Event wahrscheinlich nur einmal im Leben macht, wollte ich den Tag schließlich auch bewusst erleben.

Die Tage vor dem Rennen
Am Donnerstag vor dem Rennen bin ich angereist und konnte langsam erahnen, welche Dimensionen die Challenge Roth tatsächlich hat. Jetzt wusste ich, was alle mit dem Satz meinten: Roth ist anders.)
Jetzt wusste ich, was alle mit dem Satz meinten: Roth ist anders.
Allein der Campingplatz war gigantisch. Am Freitagmorgen ging es zunächst zum Testschwimmen. Ganz bewusst ohne Neoprenanzug, um noch einmal Sicherheit im Freiwasser zu bekommen und mich gleichzeitig auf das angesichts der Außen- und Wassertemperaturen bereits absehbare Neoprenverbot vorzubereiten.
Anschließend bin ich mit dem Rad vom Campingplatz am Schwimmstart zur Abholung der Startunterlagen nach Roth gefahren. Spätestens dort versteht man, wie groß dieses Event wirklich ist. Rund um die Challenge wird eine riesige Triathlonmesse aufgebaut und überall sind Athleten, Zuschauer und Helfer unterwegs.
Dort habe ich auch zum ersten Mal das Zielstadion gesehen. In diesem Moment wurde aus dem abstrakten Ziel plötzlich etwas sehr Konkretes: Hier will ich am Sonntag einlaufen.
Am Samstagmorgen war es dann zum ersten Mal so weit, dass ich richtig nervös wurde. Beim Frühstück bekam ich kaum einen Bissen herunter und der Gedanke „Habe ich nicht viel zu wenig trainiert und kann ich das überhaupt schaffen?“ wurde immer größer. Durch die Wettkampfbesprechung in Roth bekam ich die Nervosität anschließend wieder besser in den Griff. Wahrscheinlich war ich auch einfach froh, endlich etwas zu tun zu haben.

Der Wettkampftag
Nach einer sehr kurzen Nacht mit kaum Schlaf war der Tag dann tatsächlich gekommen. Beim Frühstück habe ich so viel Porridge gegessen, wie es die Nervosität zugelassen hat, und anschließend ging es direkt zum Schwimmstart. So unkomfortabel das Campen in den Tagen vorher teilweise gewesen war, so dankbar war ich am Wettkampftag dafür. Keine Anfahrt, kein Stau und kein zusätzlicher Stress. Fünf Minuten zu Fuß bis zum Schwimmstart waren an diesem Morgen absoluter Luxus.
Schwimmen: der ruhigste Teil des Tages?
Kurz vor dem Schwimmstart wurde meine Nervosität fast unerträglich. Als ich endlich mit meiner Startgruppe ins Wasser durfte, konnte ich zum Glück auf die Erfahrungen meiner bisherigen olympischen Distanzen zurückgreifen und mich erst einmal an den anderen Athleten orientieren.
Die meisten gingen nach rechts in Richtung Ufer, um bis zum Startschuss noch Energie zu sparen und dort stehen zu können. Für mich bedeutete das: mitten rein in den Kanal und möglichst weit weg vom größten Getümmel.
Wie bei allen bisherigen Freiwasser- und Triathlonevents war ich auch diesmal wieder dankbar für den Freiwasser-Workshop bei Eike und Adryan, den ich 2022 vor meinem ersten Triathlon mitgemacht hatte. Vor allem die Orientierung im Wasser und der Umgang mit Situationen, in denen man sich mit anderen Sportlern in die Quere kommt, haben mir auch in Roth extrem geholfen. Ich konnte ruhig bleiben, mein eigenes Ding machen und mich nicht unnötig stressen lassen.
Über die gesamte Schwimmstrecke konnte ich ganz entspannt mein Tempo schwimmen. Und ich bin ehrlich: Es hat mir einfach richtig Spaß gemacht. Nach den ersten hundert Metern hatte ich plötzlich zum ersten Mal an diesem Tag den Gedanken: Was soll mir eigentlich passieren? Wenn ich jetzt einfach ruhig mein Tempo mache und nicht überziehe, dann laufe ich heute Abend in dieses Stadion.
Mit genau diesem Gefühl bin ich irgendwann aus dem Wasser gekommen. Ich fühlte mich richtig gut, das Schwimmen hatte einfach Bock gemacht und von mir aus hätte es sogar noch etwas länger weitergehen können.

Radfahren: Euphorie und Respekt
Auf dem Rad habe ich erst einmal darauf geachtet, mich konsequent zu verpflegen. In meinem Garmin hatte ich vorher Trink- und Essensalarme aktiviert, damit ich auch dann regelmäßig Energie zuführe, wenn ich mich am Anfang noch unsterblich fühle. Zusätzlich hatte ich mir Leistungsgrenzen eingestellt, damit die Uhr mich warnt, sobald ich anfange zu überziehen.
Auch auf dem Rad fühlte ich mich zunächst richtig gut. Und dann kam zum ersten Mal der Solarer Berg.
Was dort passiert, lässt sich vorher kaum erklären. Natürlich hatte ich Videos gesehen und Geschichten gehört. Trotzdem kann man sich auf die emotionale Wucht, die einen dort trifft, nicht wirklich vorbereiten. Dabei darf man eigentlich auch den Rest der Strecke nicht unterschlagen. In nahezu jedem Dorf standen unzählige Menschen am Straßenrand und haben einen angefeuert. Aber der Solarer Berg ist noch einmal etwas anderes. Tausende Zuschauer stehen dort so dicht an der Strecke, dass nur noch ein schmaler Spalt für die Fahrer übrig bleibt. Für ein paar Sekunden fühlt es sich tatsächlich ein bisschen wie bei der Tour de France an. Mich hat dieser Moment komplett erwischt.
Die zweite Radrunde lief dann etwas schwieriger. Durch den aufkommenden Sturm wurden vor allem die ungefähr zwanzig Kilometer zwischen Greding und dem Solarer Berg mit vollem Gegenwind ziemlich unangenehm. Dort hat mich mein Optimismus zwischenzeitlich zum ersten Mal etwas verlassen. Insgesamt bin ich aber mit einem sehr guten Gefühl vom Rad gestiegen. Ich hatte auf meinen Körper gehört, nicht überzogen und kam mit einem noch relativ vollen Akku in der zweiten Wechselzone an.
Die größte Hürde des Tages lag allerdings noch vor mir.

Der Marathon: Jetzt beginnt der eigentliche Wettkampf
Beim Marathon wollte ich genau das fortsetzen, was bis dahin gut funktioniert hatte: auf den Körper hören, locker bleiben und wirklich jede Verpflegungsstation mitnehmen. Also ging es los auf die Laufstrecke. Und lange lief es tatsächlich erstaunlich gut. Bei ungefähr Kilometer 20 habe ich mich sogar bei dem Gedanken erwischt: So schlimm ist es doch gar nicht. Vielleicht mache ich das jetzt häufiger. Ein paar Kilometer später sah die Welt schon anders aus.
Bei ungefähr Kilometer 27 hat mich mein Optimismus ziemlich abrupt verlassen. Die Beine waren leer, die mentale Energie mittlerweile ebenfalls ziemlich aufgebraucht und gleichzeitig lagen noch mehr als 15 Kilometer vor mir. Zum ersten Mal begann ich zu gehen. Relativ schnell kam allerdings die Erkenntnis, dass sich das Gehen kein bisschen besser anfühlte. Es führte eigentlich nur dazu, dass der ganze Spaß noch viel länger dauern würde. Also wieder anlaufen. Auch wenn es mittlerweile nur noch langsam ging.
Während ich mich anschließend den Berg Richtung Büchenbach hochquälte, war eine Sache trotzdem die ganze Zeit klar: Ich schaffe das heute. Irgendwie noch diesen Berg hoch. Danach geht es überwiegend zurück Richtung Roth und irgendwann bist du da.
Facts zur Challenge Roth 2026
- Teilnehmer: ca. 3.500 Einzelstarter:innen
- Zuschauer:innen: Über 300.000
- Sieger Männer: Sam Laidlow (Frankreich) – 7:21:04 h (neue Langdistanz-Weltbestzeit)
- Siegerin Frauen: Alanis Siffert (Schweiz) – 8:09:09 h

Der Zieleinlauf
Den Moment, in dem ich in das Stadion gelaufen bin, werde ich wahrscheinlich nie vergessen. Dieses Gefühl, dass plötzlich der komplette Druck abfällt und man realisiert, dass man es tatsächlich geschafft hat, war einmalig. Gleichzeitig stehen dort Tausende Menschen und jubeln jedem einzelnen Athleten zu, der in dieses Stadion läuft. Im Ziel konnte ich endlich meine Familie und meine Freunde in Empfang nehmen, die mich den gesamten Tag über an verschiedenen Stellen der Strecke begleitet, angefeuert und motiviert hatten.
Geschafft. Meine erste Langdistanz.

Was mich bei der Challenge Roth am meisten überrascht hat
Eine Sache hatte ich erwartet und wurde trotzdem davon überrascht: die gigantische Stimmung rund um die Strecke. Mehr als 300.000 Zuschauer entlang eines Triathlons kann man sich vorher kaum vorstellen. Natürlich weiß man, dass Roth für seine Atmosphäre bekannt ist. Aber erst wenn man selbst auf dem Rad durch die Dörfer fährt oder in den Solarer Berg einbiegt, versteht man wirklich, was damit gemeint ist.
Mindestens genauso beeindruckend fand ich allerdings die Begeisterung der anderen Teilnehmer. Während ich nach meiner ersten Langdistanz im Ziel erst einmal froh war, überhaupt angekommen zu sein, diskutierten neben mir schon die ersten Jungs darüber, ob sie nachts um ein oder zwei Uhr aufstehen müssen, um sich für die Anmeldung für das nächste Jahr anzustellen :-D. Da wusste ich endgültig: Manche sind hier noch etwas tiefer im Triathlon drin als ich.
Meine wichtigsten Erkenntnisse aus der ersten Langdistanz
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Für mich persönlich war es genau richtig, mich komplett von einer Zielzeit freizumachen. Natürlich gilt das nicht für jeden. Mir hat es aber enorm geholfen, mit nur einem wirklichen Ziel an den Start zu gehen: Ich möchte dieses Rennen finishen. Dadurch konnte ich den ganzen Tag über auf meinen Körper hören und musste mich nicht ständig fragen, ob irgendeine Zwischenzeit oder Pace gerade meinem ursprünglichen Plan entspricht.
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Auch das Campen hatte zwei Seiten. Vor einer Langdistanz ist es definitiv nicht die komfortabelste Variante und kostet wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle etwas zusätzliche Energie. Am Wettkampfmorgen dafür nur fünf Minuten zu Fuß zum Schwimmstart zu brauchen, war allerdings Gold wert.
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Eine weitere Erkenntnis war für mich, wie wichtig die Verpflegung tatsächlich ist. Gerade am Anfang des Rennens fühlt man sich gut und hat schnell das Gefühl, Essen oder Trinken auch einmal etwas nach hinten schieben zu können. Die Erinnerungen über die Garmin-Uhr haben mir dabei geholfen, von Beginn an konsequent Energie aufzunehmen.
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Und vielleicht die wichtigste Erkenntnis: Eine Langdistanz wird irgendwann für jeden hart. Die Frage ist wahrscheinlich weniger, ob dieser Moment kommt, sondern wann er kommt und wie man dann damit umgeht.
Bei mir war dieser Punkt ungefähr bei Kilometer 27 des Marathons erreicht. In diesem Moment nicht darüber nachzudenken, wie weit es insgesamt noch ist, sondern nur über den nächsten Abschnitt, die nächste Verpflegungsstation oder den nächsten Kilometer, hat mir enorm geholfen.
Würde ich es wieder tun?
Diese Frage wurde mir seit Roth ziemlich häufig gestellt. Meine Antwort ist ein klares Jein.
Vorerst werde ich definitiv keine weitere Langdistanz absolvieren. Auch wenn mein Trainingsumfang nur selten über zehn Stunden pro Woche lag, kommen während einer solchen Vorbereitung zwangsläufig andere Dinge zu kurz. Außerdem hätte ich tatsächlich Sorge, irgendwann den Spaß am Sport zu verlieren, wenn ich das Ganze zu exzessiv betreibe. Gleichzeitig hat mir die Challenge Roth aber noch einmal gezeigt, wie gerne ich Triathlon mache. Olympische Distanzen und Halbdistanzen lassen sich mit deutlich weniger Trainingsaufwand vorbereiten und passen dadurch aktuell viel besser in mein Leben. Für die kommende Zeit ist das für mich wahrscheinlich die richtige Mischung: sportliche Ziele und Wettkämpfe zu haben, gleichzeitig aber mit einem Trainingsumfang, der sich vernünftig in den Alltag integrieren lässt.
Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mich dieser Herausforderung gestellt habe und mir damit ein persönliches Lifegoal erfüllen konnte.
- Mission completed.
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