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Der Zuckergehalt in unserer Nahrung ist ein zunehmendes Problem. Aber Zucker ist nicht gleich Zucker. Der Stoffwechselweg der Fruktose unterscheidet sich dabei ganz erheblich von dem anderer Zuckerarten und führt zu einer Vielzahl an negativen Folgen für den Organismus.

Das Fruktosemärchen

Dass Zucker mit zahlreichen Folgeschäden für den Organismus verknüpft ist und daher sparsam konsumiert werden sollte, ist allgemein bekannt. Der Effekt verschiedener Zuckerarten, Süßstoffe und Süßungsmittel für den menschlichen Organismus ist immer wiederkehrender Forschungsgegenstand der Ernährungswissenschaft und Medizin. Noch vor einiger Zeit wurde Fruktose als Lösung aller, mit dem üblichen Zuckerkonsum in Verbindung gebrachter Probleme, angesehen. Denn Fruktose wird ohne Anwesenheit von Insulin in die Zellen transportiert. Dies führte zu der Annahme, Fruktose sei besonders diabetikerfreundlich und in speziellen Diabetiker-Lebensmitteln wurde Haushaltszucker durch Fruktose ersetzt. Heutzutage gibt es hingegen eine Reihe von Studienergebnissen, die den vermeintlich positiven Effekt der Fruktose nachweisbar widerlegen.

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Vorkommen von Fruktose

Fruktose gehört neben Glucose und Galaktose zu den sogenannten Einfachzuckern (Monosacchariden). Gegenüber Mehrfach- und Vielfachzuckern werden diese zügig verstoffwechselt und stehen dem Organismus als schnelle Energiequelle zur Verfügung. Bei unserem Haushaltsucker handelt es sich um Saccharose, und hierbei um nichts anderes als ein Gemisch aus Glucose und Fruktose-Einheiten zu gleichen Teilen.
Fruktose, zu Deutsch Fruchtzucker, findet sich nicht nur in Früchten wieder, sondern ist auch beliebter Rohstoff in der Lebensmittelindustrie. Dank ihres günstigen Preises, der hohen Süßkraft und den guten technologischen Eigenschaften eignet sich Fruktose hervorragend zum Einsatz in industriell hergestellten Getränken, Fertiggerichten, Gebäcken & Co. Hergestellt wird diese Form der Fruktose meist aus Mais- oder Weizenstärke, daher findet man sie häufig als Maissirup in den Zutatenlisten wieder. Auch hinter Begriffen wie Fruktose-Glucose-Sirup, Invertzuckersirup oder Isoglucose steckt eine Menge Fruktose. Ebenso bestehen Honig und Agavendicksaft zum überwiegenden Teil aus Fruktose. Der Konsum ist in den letzten Jahren enorm gestiegen und der Trend wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen. Hierfür ist weniger ein erhöhter Obstverzehr verantwortlich, als vielmehr die breite industrielle Verwendung.

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Fruktose versus Glucose

Einer der größten Unterschiede zwischen der bekannten Glucose und Fruktose ist ihr Stoffwechselweg und ihre Verwendung im Organismus. Beide Zucker gelangen aus der Nahrung zunächst über den Magen in den Dünndarm. Glucose wird anschließend über diverse Transportproteine ins Blut befördert und von dort zu den Zellen, bspw. den Muskeln, dem Fettgewebe und dem Gehirn. Je nach Bedarf wird es zur Energiegewinnung genutzt, als Glykogen für spätere Energieerfordernisse gespeichert oder auch als Speicherfett eingelagert. Die Aufnahme in die Zelle wird dabei durch das Hormon Insulin gesteuert. Glucose ist für den Körper lebensnotwendig. Fruktose wird dagegen deutlich weniger vielseitig verwendet, es stehen weniger fruktosespezifische Transportproteine zur Verfügung und die Resorptionsrate ist begrenzt. Hauptzielorgan ist die Leber. Das Gehirn kann Fruktose nicht zur Energiegewinnung nutzen.
Die Folgen einer dauerhaft überhöhten Zufuhr von Fruktose sind sehr komplex und bis heute nicht vollständig wissenschaftlich aufgeklärt. Die mittlerweile zahlreichen Studienergebnisse lassen jedoch einige eindeutige Aussagen zu.

Darmschädigung

Bereits die Aufnahme von Fruktose ins Blut stellt für den Organismus eine enorme Herausforderung dar. Es kann stets nur eine begrenzte Menge durch die Dünndarmwand transportiert werden. Ein ständiges Zuviel an zur Verfügung stehender Fruktose überlastet den Dünndarm und kann nicht nur zu Entzündungsprozessen der Schleimhaut führen, sondern langfristig auch zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms, was bedeutet, dass auch unerwünschte Schad- und Giftstoffe unkontrolliert aufgenommen werden. Allergien und Autoimmunerkrankungen sind Beispiele für mögliche langfristige Folgeschäden.
Ein Teil der nicht resorbierten Fruktose gelangt weiter zum Dickdarm und sorgt hier dafür, dass das Bakterienmilieu derart verändert wird, dass nicht nur Bauchschmerzen und Durchfall die Folge sind. Es gibt Hinweise auf Schäden des Immunsystems, die Entstehung chronischer Entzündungen oder sogar ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen.

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Fettleber

Hat es die Fruktose durch die Darmwand geschafft, gelangt sie über das Blut zur Leber, wo sie größtenteils zu Fett umgewandelt wird. Ein Teil dessen steht dem restlichen Körper zur Verfügung, ein Teil verbleibt jedoch auch in der Leber und reichert sich dort an. Die sogenannte Nicht-alkoholische Fettleber ist häufige Folge eines dauerhaft erhöhten Fruktosekonsums. Die weitertransportierten Fette führen indes zu erhöhten Fett- und Cholesterinwerten im Blut, und schließlich auch zur Vergrößerung der Fettdepots durch Einlagerung im Fettgewebe.

Harnsäure

Weiterhin wurde im Rahmen des Fruktoseabbaus eine erhöhte Harnsäurebildung beobachtet. Dies kann dauerhaft in Harnsäurekristalle, Gicht, Nierensteine und Nierenschädigungen resultieren und über weitere Stoffwechselwege zu einer verminderten Vitamin D-Synthese, Osteoporose und Bluthochdruck. Besonders interessant außerdem: eine erhöhte Harnsäurebildung senkt die Insulinsensitivität.

Diabetes

Eine verminderte Insulinsensitivität bedeutet, dass die Zellen nicht mehr auf Insulin reagieren, sie sind resistent gegen Insulin. Problematisch hierbei ist, dass mit nahezu jeder Mahlzeit ein gewisser Anteil Glucose aufgenommen wird, was automatisch eine Ausschüttung des Hormons Insulin aus der Bauchspeicheldrüse zur Folge hat. Durch die fehlende Reaktion der Zellen auf das Hormon verbleibt die Glucose im Blut; schleichend steigt die Zucker- und Insulinkonzentration stetig weiter an – die Hauptursache für die Entstehung einer Diabetes vom Typ II. Einem an Diabetes erkranktem Menschen die Verwendung von Fruktose zu empfehlen, um Speisen oder Getränke zu süßen ist also mehr als fahrlässig.

Energiemangel

Es klingt im ersten Moment paradox, doch je mehr Fruktose dem Körper zugeführt wird, desto weniger Energie wird ihm bereitgestellt. Ursache ist die bereits angesprochene Insulinresistenz. Es steht ausreichend Glucose zur Verfügung, welche Ausgangspunkt für eine Vielzahl energieliefernder Prozesse darstellt; aufgrund des Unvermögens der Zellen, die Glucose insulinvermittelt aufzunehmen, kommt dieses notwendige und energieliefernde Substrat jedoch nie in der Zielzelle an. Es liegt eine negative Energiebilanz vor. Dies kann insbesondere im Gehirn fatale Folgen haben, da es auf die Anwesenheit von Glucose angewiesen ist. Aber auch an anderen Stellen fehlt dem Organismus Energie. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder sogar Depressionen sind mögliche Folgen.

Übergewicht

Ein weiterer Aspekt kommt im Zusammenhang mi der Insulinresistenz zum Tragen. Da vermeintlich ausreichend Energie bereitsteht, hat der Körper keine Veranlassung, Energie aus Fettdepots zu aktivieren. Im Gegenteil, er speichert zur Verfügung stehende Substrate als Fett für spätere Energiebedarfe ein. Fruktose, welche ja insulinunabhängig in die Zelle geschleust wurde und welche nicht nur in der Leber, sondern auch im Fettgewebe eingelagert wird, steht in großen Mengen zur Verfügung. Sie fördert also in zweifacher Hinsicht die Vergrößerung der Fettdepots und damit die Entwicklung von Übergewicht. Die oben erwähnten Mechanismen werden durch den Aspekt ergänzt, dass Fruktose das Sättigungshormon Leptin hemmt. Das Sättigungsempfinden sinkt, konsequenterweise wird häufig mehr Nahrung aufgenommen, als eigentlich erforderlich.

Herzerkrankungen

Herzerkrankungen können vielfältige Ursachen haben. Häufig handelt es sich um einen schleichenden Prozess verschiedenster Krankheiten, die in einer Überlastung des Herzens resultieren und schließlich schwerwiegende Symptome hervorrufen. Laut des statistischen Bundesamtes sind für ca. 40% der Todesfälle in Deutschland Herzerkrankungen die Ursache. Mittlerweile als Volkskrankheit bezeichnet wird das sogenannte metabolische Syndrom. Dieses ist ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren, insbesondere dem Vorliegen von Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Diabetes bzw. Insulinresistenz. Eine zu hohe Fruktosezufuhr begünstigt all diese Symptome, weshalb Herzerkrankungen bin hin zum Herzversagen eine tödliche Folge sein können.

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Fruchtzucker aus Obst

Dass Fruktose schwerwiegende negative Folgen haben kann und keine Alternative für Haushaltszucker ist, steht außer Frage. Bedeutet dass nun, dass wir bei jedem Stück Obst ein schlechtes Gewissen haben müssen? Ganz und gar nicht! Denn die Menge an Fruktose aus dem Obst kann unser Körper locker wegstecken, problematisch wird das Zuviel durch den enormen Einsatz in industriell hergestellten Nahrungsmitteln. Darüber hinaus liefert frisches Obst eine Menge Vitamine und Mineralstoffe, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, und Ballaststoffe. Die Vorteile überwiegen: Obst ist und bleibt gesund!

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