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Fast jeder hat schon einmal Bekanntschaft mit Rückenschmerzen gemacht, der eine mehr, der andere weniger. Was jedoch ist die Ursache dieser Schmerzen und wie können wir selbst aktiv werden?

Häufigkeit und Einteilung von Rückenschmerzen

Wegen ihres häufigen Auftretens werden Rückenschmerzen zu den sogenannten Volkskrankheiten gezählt. Fast jeder deutsche Bürger leidet mindestens einmal in seinem Leben an Rückenschmerzen verschiedener Arten und Ausprägungen. Wie das Robert-Koch-Institut herausgefunden hat, ist die deutsche Bevölkerung eher von Rückenschmerzen betroffen, als die Menschen in anderen Ländern. Zwischen Männern und Frauen lässt sich jedoch kein Unterschied erkennen und sogar junge Menschen und Kinder scheinen vermehrt betroffen zu sein.

Aufgrund der verschiedenen Ursachen, der Dauer und des Schweregrades lassen sich Rückenschmerzen in verschiedene Kategorien einteilen. Bezüglich der Lokalisation werden diese in Schmerzen im oberen Rücken (Nackenregion), im mittleren Rücken (Bereich der Brustwirbelsäule) und im unteren Rücken (Bereich der Lendenwirbelsäule) unterschieden.

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Auch eine Einteilung nach der Dauer der Schmerzen ist möglich. So werden hierbei akute Rückenschmerzen genannt, die erstmals oder nach mindestens sechs schmerzfreien Monaten über einen Zeitraum von höchstens sechs Wochen auftreten. Subakut werden solche bezeichnet, die länger als sechs Wochen bestehen und chronische Rückenschmerzen halten im Gegensatz dazu länger als drei Monate an, wobei die Schmerzintensität in diesem Zeitraum variieren kann.

Auch bezüglich der Ursache lassen sich Rückenschmerzen unterteilen. Bei einer Mehrheit aller Rückenschmerzbetroffenen lässt sich weder eine tatsächliche Krankheit, noch eine sichere anatomische Ursache für die vorliegenden Schmerzen finden. Hier spricht man von unspezifischen Rückenschmerzen. Spezifische Rückenschmerzen haben hingegen eine eindeutig feststellbare Ursache, beispielsweise liegt eine Skoliose) oder ein Bandscheibenvorfall vor.

Am häufigsten mit rund 65 Prozent sind Schmerzen im unteren Rückenbereich. Ein Drittel der Betroffenen haben Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule und nur zwei von 100 Betroffenen in der Brustregion.
Robert-Koch-Institut, 2013

Ursachen und Risikofaktoren

In 85 Prozent der Fälle werden keine Ursachen für den Rückenschmerz gefunden. Das bedeutet, dass keine körperlichen Veränderungen an der Wirbelsäule oder an ihren Strukturen festzustellen sind. Auch nicht immer sagt die Intensität der Rückenschmerzen etwas über die tatsächliche Ursache aus. Starke Schmerzen sind nicht unbedingt ein Hinweis dafür, dass tatsächlich eine Schädigung vorliegt. Es kann vorkommen, dass ein Bandscheibenvorfall ganz unbemerkt verläuft oder aber eine Muskelverspannung die größten Schmerzen auslöst.

In der Regel sind Rückenschmerzen harmlos und es steckt keine ernsthafte oder gefährliche Krankheit dahinter. Die Beschwerden vergehen oftmals sehr schnell wieder.

Bei acht bis zehn Menschen mit Rückenschmerzen findet sich kein eindeutiger Hinweis auf eine mögliche Ursache.

Es gibt häufig mehrere Gründe, die für Schmerzen verantwortlich sein können. Fast immer spielen verschiedene Faktoren zusammen. Als die häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen werden vor allem einseitige Belastungen und Bewegungen sowie Stress im Alltag aufgezählt. Die Hauptursache jedoch ist und bleibt der Bewegungsmangel, der eine untrainierte Muskulatur und eine verminderte Leistungsfähigkeit mit sich bringt. Die Folge davon ist, dass bezüglich des Rückens eine unterstützende Muskulatur fehlt, die bei einseitigen oder auch allgemein stärkeren Belastungen nicht nur die Wirbelsäule, sondern den gesamten Bewegungsapparat stabilisiert und unterstützt. In Kombination mit psychischem Stress können hier vermehrte Belastungen der Bänder, Sehnen und Muskeln auftreten, wodurch Schmerzen entstehen können.

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Vor allem arbeitsbezogene Faktoren spielen hier eine große Rolle. Das Tragen und Heben schwerer Lasten, sowie das Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen belastet die Wirbelsäule, Gelenke und Muskeln bei nicht ausreichend trainierter Muskulatur. Da die wenigsten Menschen heutzutage noch körperlich schwer arbeiten, ist vor allem das Sitzen am Schreibtisch ein zu betrachtender Faktor. Hier wird oft mehrere Stunden gesessen, ohne die Position zu verändern, wodurch nicht nur verspannte, sondern auch verkürzte Muskeln und Dysbalancen entstehen. Zusätzlich führen auch arbeitsbezogene psychosoziale Bedingungen Faktoren nicht selten zu Rückenschmerzen. Niedrige Arbeitsplatzzufriedenheit, monotones Arbeiten sowie soziale Konflikte am Arbeitsplatz tragen häufig zu vermehrtem Schmerzempfinden bei.

Insbesondere bei Schmerzen, welche durch Arbeiten am PC auftreten, kommt der Bewegung eine große Bedeutung zu. Grund für die Schmerzen ist häufig eine Minderversorgung der betroffenen Region mit Nährstoffen wie z.B. Sauerstoff. Eine langanhaltende montone Sitzhaltung verbunden mit einer Stressbelastung verstärkt diesen Effekt. Die Muskulatur verkrampft und wird weniger durchblutet. Hier hilft aktive Bewegung der schmerzenden Muskulatur, um die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung wieder zu gewährleisten.

Insbesondere eine verminderte Durchblutung der Muskulatur kann aufgrund einer Nährstoffunterversorgung zu Schmerzen führen.

Die Gesundheit des Darms spielt bei der Entstehung von Rückenschmerzen ebenfalls eine große Rolle. Chronischer Stress, mangelnde Bewegung und einseitige Ernährung wirken sich negativ auf die Darmgesundheit aus. Dieser kann durch diese Faktoren durchlässiger werden für Krankheitserreger. Bestimmte Bakterien suchen sich Regionen mit minderer Durchblutung. Dies können z.B. Bandscheiben sein. Hier sind sie aufgrund der verminderten Durchblutung (verstärkt durch mangelnde Bewegung) vor dem Immunsystem geschützt. Sie ernähren sich im weiteren Verlauf vom Bandscheibengewebe und es entsteht eine Entzündung. Dies kann dann der Zeitpunkt sein, dass ein bereits vorhandener Bandscheibenvorfalls Probleme bereitet.

Ein weiterer äußerst wichtiger Risikoindikator für Rückenschmerzen ist die eigene Vorgeschichte. Je mehr Schmerzphasen und je länger die gesamte Krankengeschichte und die Dauer der Schmerzen war, umso eher ist mit einem weiter ungünstigen Verlauf zu rechnen. Auch hier spielen psychische Faktoren wie negative Vorstellungen und Einstellungen, unrealistische Befürchtungen, Depressivität, familiäre und soziale Umstände eine besondere Rolle, durch welche das Schmerzempfinden negativ beeinflusst werden kann.

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Lieber vorbeugen, statt behandeln!

Wichtig zu erkennen ist, dass die mentale Einstellung einen großen Einfluss auf die Gesundheit allgemein hat. Wer nun davon überzeugt ist, dass Rückenschmerzen wieder weggehen beispielsweise durch regelmäßige Bewegung, wird mit dieser positiven Einstellung eher schmerzfrei, als negative Denker.

Wie schon erwähnt, spielen bei der Schmerzvorbeugung vor allem Bewegung und Sport eine große Rolle. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Belastung und das Training individuell an die Person angepasst werden, da Überlastungen und Überforderung zu vermehrten Schmerzen führen können.
Besonders effektiv ist ein gezieltes Krafttraining für den Rücken und den gesamten Bewegungsapparat. Denn je kräftiger die Rücken- und Bauchmuskeln sind, desto mehr unterstützen diese die Wirbelsäule und beugen Rückenschmerzen vor. Zusätzliche Übungen für den gesamten Bewegungsapparat helfen dabei, den Körper allgemein zu kräftigen, Muskulatur aufzubauen und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Auch Beweglichkeit und Kraft werden verbessert, wovon nicht nur der Bewegungsapparat profitiert, sondern auch die Psyche.

Entspannungsverfahren wie beispielsweise die PMR zählen zusätzlich als effektive Methoden, um präventiv gegen Rückenschmerzen vorzugehen. Hierbei soll nicht nur die Muskulatur entspannt werden, sondern auch der Stress und die Anspannung vom Alltag gezielt abgebaut werden.

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Allgemein stellt Bewegung eine Grundvoraussetzung für einen rückenfreundlichen Alltag dar. Wer also Rückenschmerzen vermeiden möchte, sollte auch versuchen mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. So kann beispielsweise morgens statt dem Auto das Fahrrad zur Arbeit genommen werden, in der Mittagspause eine Runde spazieren gegangen oder das letzte Stück zur Arbeit nicht mit der Bahn sondern zu Fuß zurückgelegt werden. Auch die Treppe statt den Aufzug zu benutzen ist Bewegung. Zusätzliche, kleine Übungen zwischendurch am Arbeitsplatz sind nicht zeitaufwendig, lockern aber die Muskeln und regen zu neuer Konzentration und Motivation an.

Aber auch die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Lösung von Rückenbeschwerden. Lebensmittel, welche sich ungünstig auf die Darmgesundheit auswirken, sollten nicht übermäßig konsumiert werden. Bei akuten Beschwerden kann die Versorgung mit vermehrter Aufnahme von entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren helfen. Ebenso kann eine verminderte Versorgung mit Vitamin D die Entstehung oder dem Verlauf von Rückenbeschwerden begünstigen. Bei der Suche nach der Ursache und einer individuellen Lösung sollte das Thema immer von unterschiedlichen Seiten betrachtet und behandelt werden.

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Der richtige Sport gegen Rückenschmerzen?

Überhaupt regelmäßig körperlich und sportlich aktiv zu sein, ist weit wichtiger, als sich einer ganz bestimmten Sportart zu widmen. Wichtig ist, dass es Spaß macht und man langfristig dabei bleibt! Zu beachten ist jedoch, dass bestimmte Sportarten wie beispielsweise Tennis, Golf etc. die einseitige Belastung erfordern, von einem zusätzlichen, individuellen Krafttraining profitieren, da sonst Überlastungen und Schmerzen vorprogrammiert sind.

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