20,38 Kilometer entlang der kompletten befahrbaren Uferlinie des Tegernsees. Eine persönliche Herausforderung, die mir einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig Vorbereitung, Anpassungsfähigkeit und realistische Ziele sind.
Tegernsee mit dem SUP umrunden – warum ich mir im Urlaub immer wieder neue sportliche Ziele suche
20,38 Kilometer entlang der kompletten befahrbaren Uferlinie des Tegernsees. Eigentlich nur eine Idee für meinen Urlaub. Am Ende wurde daraus eine sportliche Herausforderung, die mir einmal mehr gezeigt hat, wie wichtig Vorbereitung, Anpassungsfähigkeit und realistische Ziele sind.

Nicht jede Herausforderung beginnt mit einem Wettkampf
20 Kilometer auf einem Stand-up-Paddleboard wirken auf den ersten Blick vielleicht gar nicht außergewöhnlich.
Doch mein Ziel war nicht einfach nur, einmal um den Tegernsee zu paddeln.
Ich wollte möglichst die gesamte befahrbare Uferlinie erkunden – mit ihren Buchten, Landzungen und den unterschiedlichen Uferabschnitten. Gleichzeitig galt es selbstverständlich, Naturschutz- und Uferschutzzonen zu respektieren sowie die teilweise sehr flachen Bereiche des Sees zu umfahren.
Aus einer spontanen Idee entwickelte sich schnell ein kleines Projekt.
Und genau diese Art von Projekten begeistert mich schon seit vielen Jahren.
"Große Ziele entstehen selten spontan. Meist sind sie das Ergebnis vieler kleiner Vorbereitungsschritte."
Warum ich mir im Urlaub immer wieder neue sportliche Ziele suche
Wer mich kennt, weiß, dass Sport mein Leben seit vielen Jahren begleitet.
Ich war viele Jahre im Triathlonsport aktiv, habe unter anderem eine Ironman-Langdistanz absolviert und starte heute regelmäßig bei HYROX-Wettkämpfen. Gleichzeitig bin ich als Diplom-Sportwissenschaftler und Geschäftsführer der Gipfelkurs GmbH täglich mit den Themen Training, Gesundheit und Leistungsentwicklung beschäftigt.
Vielleicht denken jetzt einige:
"Dann macht er wahrscheinlich im Urlaub einfach weiter."
Genau das Gegenteil ist der Fall.
Ich genieße meinen Urlaub genauso wie jeder andere.
Ausschlafen.
Zeit mit meiner Familie verbringen.
Gut essen.
Einfach einmal nichts tun.
Diese Erholung ist für mich unglaublich wichtig.
Doch nach ein paar Tagen merke ich fast immer dasselbe:
Die Energie kommt zurück.
Und mit ihr wächst die Lust, mir wieder ein neues sportliches Ziel zu setzen.
Nicht, weil ich das Gefühl habe, ständig leisten zu müssen.
Sondern weil ich diesen Prozess liebe:
Eine Idee entwickeln.
Ein Ziel formulieren.
Mich vorbereiten.
Und anschließend herausfinden, was tatsächlich möglich ist.
Genau deshalb entstehen viele meiner sportlichen Projekte nicht lange im Voraus, sondern oft erst während des Urlaubs.
Die Idee: Den Tegernsee möglichst vollständig mit dem SUP erkunden
Seit mittlerweile rund 16 Jahren verbringe ich regelmäßig Zeit am Tegernsee.
Für mich gehört er zu den schönsten Seen Deutschlands.
Bereits 2021 erfüllte ich mir dort einen lang gehegten Wunsch und durchquerte den See schwimmend vom Strandbad Rottach-Egern bis zum Strandbad Kaltenbrunn – eine Strecke von rund 6,8 Kilometern. Hier geht’s zum Bericht über mein Tegernsee-Crossing 2021.
Dieses Mal sollte es eine völlig andere Herausforderung werden.
Nicht quer über den See.
Sondern möglichst entlang seiner kompletten befahrbaren Uferlinie.
Mich reizte dabei vor allem eines:
Den Tegernsee aus einer Perspektive kennenzulernen, die man vom Ufer aus kaum erlebt.
Nicht möglichst schnell.
Nicht möglichst kurz.
Sondern möglichst vollständig.

Gute Vorbereitung ist oft wichtiger als Talent
Viele sehen am Ende nur die Strecke auf der Sportuhr oder die Zeit im Ziel.
Was häufig verborgen bleibt, ist die eigentliche Vorbereitung.
Mir war von Anfang an klar, dass diese Tour nicht einfach eine gemütliche SUP-Runde werden würde. Wer möglichst die komplette befahrbare Uferlinie des Tegernsees erkunden möchte, muss sich vorher intensiv mit der Strecke beschäftigen.
Deshalb teilte ich den See zunächst in drei einzelne Abschnitte auf und paddelte diese an verschiedenen Tagen separat ab.
Dabei ging es mir nicht darum, möglichst viele Trainingskilometer zu sammeln.
Ich wollte den See kennenlernen.
Wo befinden sich Naturschutz- und Uferschutzzonen?
Welche Buchten lassen sich vollständig befahren?
Wo wird das Wasser besonders flach?
Und welche Linie ist am Ende die sinnvollste, ohne unnötige Umwege zu paddeln?
Gerade die flachen Bereiche im Norden des Tegernsees machten eine sorgfältige Planung notwendig. Mit der Finne meines Boards wäre ich dort teilweise auf Grund gelaufen. Gleichzeitig wollte ich selbstverständlich alle geschützten Bereiche respektieren und diese entsprechend umfahren.
Erst nach diesen drei Testtouren entstand die endgültige Route.
Rückblickend bin ich überzeugt:
Ohne diese Vorbereitung hätte ich die Challenge wahrscheinlich deutlich anstrengender erlebt.
"Eine gute Vorbereitung macht eine Herausforderung nicht kleiner – aber sie macht sie beherrschbar."
Das Ziel war klar
Nach den Testfahrten stand mein Plan fest.
Die komplette Strecke sollte rund 20 Kilometer lang werden.
Mein persönliches Ziel lautete:
Unter drei Stunden.
Die Testfahrten machten dieses Ziel durchaus realistisch. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass der Tegernsee an diesem Tag das letzte Wort haben würde.
Wind.
Wellen.
Bootsverkehr.
All das lässt sich nicht planen.
Man kann sich nur möglichst gut darauf vorbereiten.
Genau deshalb verzichtete ich bewusst darauf, möglichst schnell loszupaddeln.
Ich wollte meinen Rhythmus finden, Kraft sparen und ausreichend Reserven für die zweite Hälfte der Strecke behalten.
Denn gerade bei längeren Ausdauerbelastungen entscheidet selten der schnellste Start über den Erfolg.
Oft gewinnt derjenige, der sein Tempo über die gesamte Distanz konstant halten kann.

Der Tegernsee hatte andere Pläne
Am Tag der Challenge ging es früh los. Um 7:12 Uhr startete ich in Rottach-Egern – bewusst so früh, um möglichst ruhige Bedingungen und wenig Schiffsverkehr auf dem See zu haben.
Mein Board war vorbereitet, die Route stand fest und auch der Wetterbericht machte Hoffnung. Die Prognosen sagten überwiegend ruhige Bedingungen voraus – ideale Voraussetzungen für mein Ziel, die Strecke in unter drei Stunden zu absolvieren.
Doch schon nach den ersten Kilometern wurde klar:
Heute würde es deutlich schwieriger werden als erwartet.
Vor allem entlang des Ostufers – von Rottach-Egern vorbei an Tegernsee bis in Richtung Strandbad Kaltenbrunn – präsentierte sich der See ganz anders als angekündigt.
Der Wind hatte deutlich zugenommen.
Kurze, steile Wellen bauten sich auf und sorgten dafür, dass ich wesentlich mehr Kraft investieren musste als geplant. Immer wieder verlor ich Tempo, musste meine Linie korrigieren und mich voll auf das Board konzentrieren.
Spätestens in diesem Moment wusste ich:
Die Drei-Stunden-Marke wird heute nur noch schwer erreichbar sein.
Natürlich hätte ich mich darüber ärgern können.
Doch genau das gehört für mich zu einer sportlichen Herausforderung dazu.
Nicht alles lässt sich planen.
Nicht jede Wetter-App hat recht.
Und manchmal muss man akzeptieren, dass äußere Bedingungen stärker sind als der ursprüngliche Plan.
"Nicht perfekte Bedingungen entscheiden über den Erfolg – sondern der Umgang mit ihnen."
Endlich wieder ruhigeres Wasser
Erst als ich auf die gegenüberliegende Seeseite wechselte, änderte sich das Bild.
Vorbei an Bad Wiessee und später im Bereich Ringsee wurde das Wasser deutlich ruhiger.
Endlich konnte ich wieder sauber paddeln.
Mein Rhythmus kehrte zurück.
Plötzlich machte die Tour wieder genau das, weshalb ich sie überhaupt geplant hatte:
Spaß.
Ich konnte den Blick über den See genießen, die besondere Stimmung am Morgen aufnehmen und mir bewusst machen, wie privilegiert ich eigentlich bin, solche Momente erleben zu dürfen.
In solchen Augenblicken spielt die Uhr plötzlich nur noch eine Nebenrolle.
Es geht nicht mehr darum, ob am Ende eine Zwei oder eine Drei vor der Zeit steht.
Es geht darum, den Moment zu erleben.
Und genau dafür liebe ich solche Herausforderungen.
Das Ergebnis
Nach etwas mehr als drei Stunden erreichte ich schließlich wieder meinen Ausgangspunkt.
Die Uhr zeigte:
- 20,38 Kilometer
- 3 Stunden und 5 Minuten
- 6,7 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit

Mein ursprüngliches Ziel hatte ich damit um lediglich fünf Minuten verpasst.
Vor der Tour hätte mich das wahrscheinlich geärgert.
Nach dieser Runde fühlte es sich völlig anders an.
Ich wusste, dass ich alles gegeben hatte.
Ich hatte mich auf die Bedingungen eingestellt, meine Strategie angepasst und die Challenge erfolgreich beendet.
Genau deshalb bin ich auf diese Tour besonders stolz.
Nicht, weil die Zeit außergewöhnlich war.
Sondern weil sie ehrlich war.
Was ich aus dieser Tour mitnehme
Je älter ich werde, desto mehr verändert sich mein Blick auf sportliche Herausforderungen.
Früher ging es häufig um Bestzeiten, Platzierungen oder die Frage, wie weit ich meinen Körper noch bringen kann.
Heute begeistern mich vor allem Projekte wie dieses.
Nicht, weil sie spektakulär sind.
Sondern weil sie mich aus meiner Komfortzone holen, eine gute Vorbereitung erfordern und mich unterwegs immer wieder dazu zwingen, flexibel zu bleiben.
Im Sport genauso wie im Berufsleben läuft selten alles nach Plan.
Manchmal sind es Wind und Wellen.
Manchmal unerwartete Veränderungen im Alltag.
Entscheidend ist nicht, ob der ursprüngliche Plan perfekt funktioniert.
Entscheidend ist, wie wir damit umgehen.
Gerade deshalb faszinieren mich neue Ziele bis heute.
Ob damals im Triathlon, heute beim HYROX oder bei einer SUP-Challenge am Tegernsee – jede Herausforderung beginnt mit einer Idee, braucht eine gute Vorbereitung und endet fast immer mit neuen Erfahrungen.
"Nicht jedes Ziel muss perfekt erreicht werden. Manchmal ist der Weg dorthin der eigentliche Erfolg."
Meine Tipps für längere SUP-Touren
Falls du selbst einmal eine längere SUP-Tour planst, haben sich für mich einige Dinge als besonders wichtig erwiesen:
- Starte möglichst früh am Morgen. Die Bedingungen sind häufig deutlich ruhiger.
- Verlasse dich nicht ausschließlich auf Wetter-Apps. Wind kann sich lokal sehr schnell verändern.
- Respektiere Naturschutz- und Uferschutzzonen und plane diese bereits bei der Routenwahl ein.
- Informiere dich über flache Bereiche, damit du mit deiner Finne nicht auf Grund läufst.
- Nimm ausreichend Getränke und eine kleine Verpflegung mit.
- Plane lieber etwas konservativer und freue dich über Reserven, als zu schnell zu starten.
Gerade bei längeren Ausdauerbelastungen zahlt sich eine gute Vorbereitung fast immer aus.

Ziele erreicht man selten zufällig
Diese Tour hat mich einmal mehr daran erinnert, dass sportliche Ziele nur selten Zufall sind.
Natürlich gehören Motivation und Disziplin dazu.
Mindestens genauso wichtig sind jedoch eine realistische Zielsetzung, eine strukturierte Vorbereitung und die Bereitschaft, den eigenen Plan bei Bedarf anzupassen.
Genau diese Prinzipien begleiten mich seit vielen Jahren – sowohl im Sport als auch beruflich.
Als Diplom-Sportwissenschaftler darf ich gemeinsam mit unserem Team bei Gipfelkurs täglich Menschen dabei unterstützen, ihre ganz persönlichen Ziele zu erreichen.
Ganz gleich, ob es um den ersten 10-Kilometer-Lauf, einen Marathon, einen Triathlon, HYROX oder einfach mehr Gesundheit und Fitness im Alltag geht.
Jedes große Ziel beginnt mit einem ersten Schritt.

Du möchtest selbst ein sportliches Ziel erreichen?
Egal ob Einsteiger oder ambitionierter Ausdauersportler – mit einer strukturierten Planung macht Training nicht nur mehr Spaß, sondern führt häufig auch nachhaltiger zum Erfolg.
Wenn du dein persönliches Ziel gemeinsam mit uns angehen möchtest, findest du hier weitere Informationen:
Leistungs- und Gesundheitsdiagnostik
Auch der Münchner Merkur berichtet über meine SUP-Challenge
Meine Tour ist auch bei der regionalen Presse auf Interesse gestoßen. Gabi Werner vom Münchner Merkur / der Tegernseer Zeitung hat mit mir über die Idee hinter der Challenge, meine Vorbereitung und die Bedingungen auf dem See gesprochen.
Besonders schön für mich: Bereits 2021 hatte der Merkur über meine Tegernsee-Durchquerung als Schwimmer berichtet. Fünf Jahre später ist die SUP-Umrundung damit gewissermaßen die Fortsetzung meiner persönlichen Tegernsee-Geschichte.