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Die Corona bedingten Einschränkungen haben den Alltag Vieler ordentlich umgekrempelt. Zwischen home office, home schooling und social distancing verändern sich auch das Einkaufsverhalten und die Essgewohnheiten. Es gibt positive, aber überwiegend gesundheitlich ungünstige Entwicklungen.

Emotionales Essen

Ob Stress, Langeweile oder Wut – kompensiert werden negative Gefühle häufig mit Nahrungsaufnahme. Zu viel, zu wenig, zu ungesund. Essen wird impulsiv und unkontrolliert, also emotional gesteuert, anstatt über Hunger- und Sättigungssignale. Tatsächlich verursachen Schokolade, Chips & Co. für einen kurzen Moment Befriedigung und Glücksgefühle. Langfristig verstärkt emotionales Essen allerdings unser negatives Empfinden. Ein Teufelskreis, der ungebrochen nicht nur unglücklich, sondern auch krank macht.

Durch die Corona bedingten Einschränkungen und Maßnahmen sehen sich immer mehr Menschen wirtschaftlich, aber auch mental am Ende ihrer Kräfte. Überforderung, Einsamkeit, Zukunftsängste – all das sind Treiber für emotionales Essen.

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Süßes und Salziges als Seelentröster

Studien haben belegt, dass in den ersten Monaten der Pandemie signifikant mehr Genussmittel wie Gebäck, Süßwaren und auch Alkohol verzehrt wurden. Was in den Spots der Bundesregierung im November 2020 unter dem Hashtag #besondere Helden noch ironisch belustigend wirkte, ist inzwischen traurige Realität für viele „Daheimbleiber“. Zum Trost, aus Langeweile, aus Frustration. Aus einmaligen Ausnahmen zur Stimmungsaufhellung werden im Laufe der Zeit Gewohnheiten, die die situationsbedingte Tristesse und Ermüdung eher verstärken als kompensieren.

Eine derart nicht artgerechte Nahrungsaufnahme ebnet nicht nur den Weg für Übergewicht und seine Folgeerkrankungen, wie Diabetes oder koronare Herzkrankheiten, sondern stört auch das Gleichgewicht der Darmflora. Zucker fördert schon in geringen Mengen die Besiedelung des Darms mit ungünstigen Bakterien, welche die Darmschleimhaut durchlässiger für Schadstoffe machen. Müdigkeit, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen sind ebenfalls mögliche Folge einer zuckerreichen und nährstoffarmen Ernährung.

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Hamsterkäufe

Schon zu Beginn der Pandemie mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 starteten die Hamsterkäufe. Nudeln, Konserven, Trockenfertiggerichte und andere lange haltbare Produkte wurden gehortet. Frische Produkte Fehlanzeige. Sei es aus der Angst vor Lebensmittelknappheit, oder um möglichst selten den Supermarkt betreten und sich so dem Risiko einer Infektion aussetzen zu müssen. Als Folge derartiger Vorratskäufe kann eine einseitige und nährstoffarme Ernährung ohne die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe resultieren, was u. a. unser Immunsystem enorm schwächt bzw. fordert. Welche Ängste auch immer mit der Pandemie geschürt werden, es darf nicht vergessen werden, dass Gesundheit – insbesondere in diesen Zeiten – mehr ist als nur die Nichtinfektion mit Covid-19.

Einkaufen auf dem Wochenmarkt bei frischer Luft, die Inanspruchnahme von (regionalen) Lieferdiensten oder der Umstieg auf tiefgekühltes Gemüse, welches auch nach längerer Lagerung eine vergleichbare Nährstoffdichte aufweist wie frische Produkte, wären gesündere Alternativen.

In den ersten Monaten der Pandemie wurden mehr Gesamtkalorien und hochkalorische Lebensmittel wie Süßwaren verzehrt. Hingegen ging der Konsum von Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch signifikant zurück.
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Herausforderung Home Office

Die während der Pandemie geschafften Möglichkeiten der Arbeit von Hause, ist für viele Arbeitnehmer eine tolle Möglichkeit, ohne vermeidbare Kontakte ihrer täglichen Arbeit nahezu unverändert nachgehen zu können. Heißt aber auch: Selbstversorgung von morgens bis abends. Dies kann eine Chance sein, sich eigenverantwortlich bewusst zu ernähren, trägt aber auch das Risiko, für dauerhaften Konsum von Fast Food, Convenience-Produkten und Snacks zwischendurch.

Sind zusätzlich Kinder von zu Hause zu betreuen und zu unterrichten, liegt es auf der Hand, dass wenig Zeit zum Kochen und Genießen bleibt. Eine feste Tagesstruktur mit geplanten Essens- und Spielzeiten sowie einer gemeinsam festgelegten Aufgabenverteilung kann Ruhephasen schaffen, das Miteinander stärken und für die nächste Tagesetappe motivieren.

Die Tabelle unten fasst einen Teil der alarmierenden Ergebnisse einer empirischen Studie zum Konsumverhalten in Familien während der Pandemie zusammen, welche vom Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e. V. im Auftrag der Landesiniative Ernährungswirtschaft Niedersachsen im April 2020 durchgeführt wurde.

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Die Folgen eines derart veränderten Ernährungsverhaltens

Studien zu den Folgen der genannten Ernährungstrends gibt es seit Beginn der Pandemie viele. Demnach bleibt zunächst festzuhalten, dass Corona und seine Einschränkungen im Alltag bei etwa ¼ der Europäer zu Gewichtszunahme führt.

Beispielsweise hat eine Studie des Nahrungsergänzungsmittelherstellers „nu3“ in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz im April 2020 gezeigt, dass bereits in den ersten 1-2 Monaten 24% aller Befragten einer Gewichtszunahme von 1-5kg beobachtet haben. Besonders betroffen waren Haushalte mit Kindern, allen voran Alleinerziehende, von denen im Schnitt 35% zugenommen hatten. Als Gründe wurden u. a. Langeweile und Stress angegeben, aber auch ganz banale Gründe, wie ein kurzer Weg zum Kühlschrank.

Ähnliche Ergebnisse liefert eine Befragung der Universität München im September 2020, in der explizit Eltern angesprochen wurden. Hiernach gaben 27% der Befragten an, während der Pandemie zugenommen zu haben. Bei den Kindern sind es durchschnittlich „nur“ 9%, abhängig von Alter, Geschlecht und Bildungshintergrund ergeben sich aber auch hier deutlich höhere Zahlen.

Darmgesundheit

Übergewicht ist ein offensichtliches Problem, die daraus resultierenden Folgeerkrankungen ein noch größeres. An dieser Stelle soll nur auf eine wesentliche Veränderung im Organismus eingegangen werden: Wie oben bereits angesprochen, verändert sich durch eine ungünstige Ernährungsweise die Darmflora. Die unter gesunden Bedingungen vorherrschende Vielzahl und Vielfalt an Bakterien wird gestört, es kommt zu Fehlbesiedlung oder geringerer Diversität. Mit einem solch gestörten Mikrobioms werden eine Reihe gesundheitlicher Nachteile assoziiert, von einer erhöhten Anfälligkeit für virale Infekte, über die Ausbildung von Allergien, bis hin zu Depressionen und Demenz.

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Positiv: Gegenbewegung der gesundheitsbewussten Esser

Einen Lichtblick gibt es aber dennoch: Den ungünstigen Entwicklungen hinsichtlich des Einkaufs- und Essverhaltens steht glücklicherweise auch eine Gruppe von Konsumenten entgegen, die gerade jetzt Wert auf einen bewussten Einkauf und eine nährstoffreiche Ernährung legt. Ein besonderes Augenmerk auf Bioprodukte, regionale Lebensmittel und Frische kann die körpereigene Immunität gegen Krankheitserreger unterstützen. Möglichst naturbelassene Lebensmittel, ohne Zusätze und frisch eingekauft, liefern jede Menge essentielle Nährstoffe, die unser Organismus jetzt besonders dringend benötigt.

Bio-Produkte immer beliebter

Eine gute Nachricht: Bei vielen Produkten wird verstärkt zu Bio-Variante gegriffen. Dem Öko-Barometer 2020 zufolge – einer Umfrage im Auftrag des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft – gaben 37% der Befragten gaben an, im Jahr 2020 häufig oder ausschließlich Bio-Produkte gekauft zu haben. Insbesondere im Segment Obst & Gemüse ist die Nachfrage nach ökologisch angebauten Produkten besonders hoch, aber auch bei Eiern, Kartoffeln und Milchprodukten sowie Fleisch und Wurst wurde ein Zuwachs der Bio-Käufe beobachtet. Die hierfür genannten Gründe reichen von einer artgerechten Tierhaltung über maximale Naturbelassenheit der Lebensmittel bis zum Wunsch nach mehr Regionalität. Auch gaben befragte Haushalte an, in der Pandemie weniger Lebensmittel wegwerfen zu müssen, was einen weiteren Nutzen in puncto Nachhaltigkeit darstellt.

Aus Gelegenheits- sind Gewohnheitskäufer geworden und auch insgesamt greifen immer mehr Verbraucher zu Bio-Produkten.
Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft

Ausblick

Die derzeitigen Einschränkungen werden uns mehr oder minder noch eine ganze Weile begleiten. Bleiben die bislang beobachteten, Corona-Ernährungstrends bestehen, werden ernährungs(mit)bedingte Erkrankungen deutlich rascher ansteigen als ohnehin schon. Voraussetzung für Veränderung ist zum einen das Bewusstsein über die aktuelle Situation. Zunächst durch Beobachtung des täglichen Essverhaltens. Wann und aus welchen Gründen wird zur Schokolade gegriffen, warum macht (augenscheinlich) die Tiefkühlpizza zufriedener als Selbstgekochtes? Wie ist die Empfindung beim Essen und auch danach? Werden Gefühle überhaupt wahrgenommen oder läuft alles auf Autopilot?

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Im zweiten Schritt helfen definierte (realistische!) Ziele für die Zukunft, sowie die Suche nach Alternativen für die Momente, in denen üblicherweise aus Langeweile oder Frust zu Ungesundem gegriffen wird. Es gibt viele Möglichkeiten, das eigene Essverhalten zu hinterfragen und zu optimieren. Wenn nicht jetzt, wann dann? Mit Übung und etwas Willenskraft werden bald neue (Ess-) Gewohnheiten geschaffen, die fit machen, das Immunsystem stärken und zu psychischer Zufriedenheit beitragen.

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