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Die durch Bewegungsmangel und eine ungesunde Lebensweise auftretenden gesundheitlichen Probleme sind ein zunehmendes gesellschaftliches Problem. Dieses Phänomen tritt bereits im Kindes- und Jugendalter auf und beeinträchtigt somit schon die Gesundheit der Jüngsten.

Der Einfluss von körperlicher Aktivität auf Kinder

Körperliche Aktivität hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Der Großteil der Bevölkerung bewegt sich jedoch zu wenig. Lediglich 22,6% der Deutschen sind ausreichend körperlich aktiv, um einen gesundheitsförderlichen Nutzen zu erreichen. Die Empfehlungen für die Mindestzeit, welche Kinder pro Tag körperlich aktiv sein sollten, liegen bei diesen noch höher als bei den Erwachsenen.
Die Empfehlungen der WHO für Kinder sind folgende:

Empfehlungen für Kinder: Mindestens 60 Minuten mäßig bis sehr anstrengende körperliche Aktivität pro Tag.
WHO

Diese Richtlinien sollten durch moderate aerobe , aber auch durch sehr anstrengende Aktivitäten erfüllt werden. Die anstrengenden Aktivitäten dienen der Stärkung von Knochen und Muskeln.
Die genannten Vorgaben erreichen lediglich 26% der Kinder , obwohl diese nur als Mindestempfehlungen anzusehen sind. In Deutschland liegen die nationalen Empfehlungen sogar noch deutlich höher. Im Kita-Alter sollte die tägliche Bewegungszeit bei mindestens 180 Minuten und im Schulalter bei 90 Minuten liegen.

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Aktuelle Lage des Gesundheitszustandes der Kinder- und Jugendlichen in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat 2018 zum dritten mal eine Langzeitstudie zur Beurteilung des Gesundheitszustandes von Kinder- und Jugendlichen in Deutschland durchgeführt. Diese sogenannte "KiGGS-Studie" bestätigte den alarmierenden Trend, der negativen Entwicklung des Gesundheitsniveaus der Jugend:

  • 15% der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig, 6% adipös (BMI >30) = Anstieg von 50% seit 1999
  • Kinder aus sozioökonomisch schwachen Elternhaus sind 4x häufiger übergewichtig
  • 50% der Kinder, die im Alter zwischen 2 und 6 Jahren übergewichtig sind, sind auch als Jugendliche übergewichtig

  • Kinder bewegen sich weniger, während die Zeit vor elektronischen Geräten zunimmt

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Die Erklärungen für diese Verhaltensentwicklung sind vielseitig: Erhöhte Sitzzeiten schon im Kindesalter, die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln und spezielle „Kindernahrungsmittel“ (welche meist ungesund sind), sind nur ein paar Beispiele, welche dies begünstigen. Auf die Probleme einer kindgerechten Ernährung sind wir in einem älteren Blogbeitrag eingegangen.
Durch die Beobachtung des Lebensmittelkonsums von Kindern und Jugendlichen ergeben sich zusätzliche Erklärungsansätze für die Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Beispielsweise erreichen lediglich 14% der Kinder und Jugendlichen die Verzehrempfehlung von mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag.
In der KiGGS-Studie wurden ebenfalls Einflussfaktoren auf das Bewegungsverhalten der Kinder untersucht. Dabei zeigte sich, dass Kinder selbst körperlich aktiver sind, wenn ihre Eltern mindestens eine Stunde pro Woche Sport treiben. Außerdem hat die Wohnumgebung des Kindes einen Einfluss auf die körperliche Aktivität. Ein gut erreichbarer Sportplatz in der Wohnumgebung beeinflusst die Bewegungszeit positiv.

Vorteile gesteigerter körperlicher Aktivität

Ein körperlich aktiver Alltag hat vielseitige Vorteile. Besonders in der Kindheit sollten alle motorischen Fähigkeiten (Ausdauer, Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Schnelligkeit) trainiert werden. Dazu kann der natürliche Bewegungsdrang der Kinder genutzt werden. An Spielplätzen oder in Kletterparks besteht die Möglichkeit diese Fähigkeiten, mit einem hohe Spaßfaktor, zu schulen. In der Kindheit gibt es sogenannte sensible Zeitfenster. In diesen Zeiträumen fällt es ihnen besonders leicht neue Dinge und Fähigkeiten zu erlernen. Im Alter zwischen 7 und 13 können beispielsweise die koordinativen Fähigkeiten (u.a. Orientierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit und Rhytmusfähigkeit) besonders gut trainiert werden. Mit einem gezielten Training innerhalb dieser Lebensphase kann eine starke Ausprägung dieser Fähigkeiten erreicht werden. Außerdem hat sich gezeigt, dass die schulische Leistung und das Selbstwertgefühl der Kinder gestiegen ist, wenn Kinder körperlich aktiv waren (Studie der Clermont-University, 2018). Doch für einen positiven gesundheitlichen Nutzen brauchen die Kinder keinen durchgetakteten Trainingsplan. Das klassische Spielen an der frischen Luft beinhaltet viele förderliche Aspekte. Es werden beispielsweise Kreativität , der soziale Umgang untereinander und koordinative Fähigkeiten beiläufig erlernt.

  • Geringeres Risiko für die Entstehung chronischer Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen
  • Gesteigertes psychisches Wohlbefinden
  • Stressreduktion
  • Erlernen von sozialen Komponenten (u.a. Fairplay, soziales Miteinander)
  • Schulung der motorischen Fähigkeiten
    Je umfangreicher, abwechslungsreicher und stabiler die Bewegungserfahrungen bis zum ca. 12. Lebensjahr waren, umso höher wird das Niveau im Erwachsenenalter sein.
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    Sitzzeiten verringern

    Die positive Wirkung körperlicher Aktivität auf die Gesundheit des Menschen ist unbestritten. Doch mittlerweile hat sich ein weiterer starker Einfluss auf die Gesundheit von Kindern herausgestellt. Die im Sitzen verbrachte Zeit sollte sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen möglichst geringgehalten werden.
    Das sportwissenschaftliche Institut der Universität Heidelberg hat den Einfluss des Sitzens auf Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 20 Jahren untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass Kinder an Werktagen durchschnittlich 10,58 Stunden (71% der Wachzeit) und 7,52 Stunden am Wochenende (54 % der Wachzeit) sitzend verbringen. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Zeit, die im Sitzen verbracht wird und der Entwicklung von chronischen Erkrankungen. Außerdem hat sich herausgestellt, dass die Kinder, welche längere Zeit im Sitzen verbracht haben, auch ein erhöhtes Adipositas Risiko hatten. Mehr als 8 Stunden Sitzen pro Tag stellt nachweislich ein Gesundheitsrisiko dar.

    Langes Sitzen führt u. a. zu Herz-Kreislauf- und Chronischen Erkrankungen. Außerdem erhöht sich das Krebsrisiko.
    Zentrum der Gesundheit

Doch wie kann zu einer Steigerung der körperlichen Aktivität von Kindern beigetragen werden?

Den Großteil der Sitzzeit verbringen die Kinder in der Schule. Dort sollten kurze Bewegungspausen zur Verringerung der im Sitzen verbrachten Zeit eingeführt werden. Mit den Vorteilen und der möglichen Gestaltung einer Bewegungspause haben wir uns in einem vorherigen Blogbeitrag beschäftigt.Eine solche Bewegungspause kann u. a. zu einer Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit beitragen und etwaigen Rückenschmerzen vorbeugen. Damit die Kinder nach der Schule ihre Zeit möglichst aktiv verbringen, haben wir ein paar Tipps für einen aktiveren Familienalltag zusammengetragen:

  • Spaß an Bewegung vermitteln
  • Kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen
  • Aktive Freizeitbeschäftigung statt Fernsehen oder Computer spielen
  • Festgelegte Zeiten zur Nutzung elektronischer Geräte
  • Sitzzeiten möglichst verringern
  • Den Kindern als gutes Vorbild voran gehen, denn gesünder müssen wir alle werden 😉
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